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Reinigungs‑Qualitätsaudit durchführen

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Reinigungs Qualitätsaudit durchführen zur Sicherstellung von Hygiene und Servicequalität im Facility Management

Methode: Reinigungs‑Qualitätsaudit durchführen

Ein Reinigungs‑Qualitätsaudit ist ein strukturierter Überprüfungsprozess, der die Effektivität und Konformität von Reinigungspraktiken in einem Gebäude bewertet und sicherstellt, dass die Reinigungsstandards die geforderten Hygiene‑ und Sicherheitsbenchmarks erfüllen. Die Methode umfasst die Vorbereitung mit klaren Zielen und Checklisten, die Durchführung der Prüfung vor Ort, die Analyse der Ergebnisse und die Erstellung von Berichten mit Folgeaktionen. Das Audit identifiziert Schwachstellen, fördert kontinuierliche Verbesserungen und trägt maßgeblich zur Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und zur Zufriedenheit von Nutzern bei.

Qualitätsprüfung in der Gebäudereinigung strukturieren

Einführung in die Methode

Ein Reinigungs‑Qualitätsaudit ist ein formalisiertes Instrument im Facility Management. Ziel ist es, die Sauberkeit und Hygiene eines Gebäudes systematisch zu bewerten, die Einhaltung interner und externer Standards zu überprüfen und Verbesserungspotenziale aufzudecken. Laut Fachliteratur handelt es sich um einen strukturierten Prozess, der die Wirksamkeit von Reinigungsprozeduren prüft und sicherstellt, dass die Reinigungsstandards den geforderten Benchmarks entsprechen. Dabei werden nicht nur die optische Sauberkeit, sondern auch der Zustand und die Nutzung der Reinigungsausrüstung, das Verhalten des Personals sowie die Einhaltung von Gesundheits‑ und Sicherheitsanforderungen beurteilt. In Einrichtungen wie Büros, Krankenhäusern oder Bildungseinrichtungen ist die Reinigung ein zentraler Faktor für Gesundheit, Sicherheit und Image. Ein Audit hilft Facility‑Managerinnen und ‑Managern, Schwachstellen zu erkennen, Mitarbeiter zu schulen und Ressourcen besser einzusetzen. Für zertifizierte Managementsysteme (z. B. ISO 41001, ISO 9001) sind regelmäßige Audits Bestandteil des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses.

Ziel der Methode

Das primäre Ziel eines Reinigungs‑Qualitätsaudits ist es, den tatsächlichen Zustand der Reinigungsleistung zu ermitteln und mit definierten Standards zu vergleichen. Darauf aufbauend werden Maßnahmen abgeleitet, um Hygiene‑ und Sicherheitsstandards einzuhalten und Risiken wie Infektionen oder Unfälle zu reduzieren, die Qualität der Dienstleistungen zu verbessern und die Zufriedenheit der Gebäudenutzer zu erhöhen, gesetzliche Vorgaben und branchenspezifische Normen zu erfüllen sowie Ineffizienzen zu identifizieren und Prozesse zu optimieren, was langfristig Kosten reduziert. Langfristig unterstützen Audits den kontinuierlichen Verbesserungsprozess, indem Trends erkannt, Schulungsbedarfe abgeleitet und Leistungen dokumentiert werden. Durch regelmäßige Überprüfungen können Facility‑Manager den Reinigungsdienstleister objektiv bewerten und fundierte Entscheidungen treffen.

Anwendungsbereich

Reinigungs‑Qualitätsaudits werden in allen Branchen angewendet, in denen Gebäudesauberkeit und -hygiene eine Rolle spielen. Dazu gehören Büros, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen, Bildungsstätten, Hotels, Einkaufszentren sowie Industrieanlagen. Der Auditumfang kann sich auf einzelne Bereiche (z. B. Sanitäranlagen, Küchen) oder das gesamte Gebäude erstrecken. In der Gesundheitsbranche können spezielle Hygieneaudits erforderlich sein, während in Bürogebäuden eher die optische Sauberkeit und der Zustand der Oberflächen im Vordergrund stehen. Die Methode eignet sich sowohl für interne Audits (durch Facility‑Management‑Teams) als auch für externe Audits, bei denen unabhängige Dienstleister den Reinigungszustand bewerten. Externe Audits liefern eine neutrale Sicht und können Teil von Zertifizierungsprozessen (z. B. Green‑Cleaning‑Label) sein.

Ausgangssituation

Die Ausgangssituation für ein Reinigungs‑Qualitätsaudit ist geprägt von bestimmten Auslösern. Häufige Gründe sind Beschwerden der Nutzerinnen und Nutzer über Verschmutzungen oder unhygienische Zustände, Hinweise auf Qualitätsmängel durch interne Kontrollen oder Begehungen, Anforderungen von Kundinnen, Behörden oder Zertifizierungsstellen sowie laufende Verträge mit Reinigungsdienstleistern, die regelmäßige Qualitätsprüfungen vorsehen. Auch Maßnahmen zur kontinuierlichen Verbesserung im Rahmen eines Qualitäts‑ oder Umweltmanagementsystems können den Impuls geben. Selbst ohne konkrete Anlässe sollten Audits in regelmäßigen Abständen eingeplant werden, um eine gleichbleibend hohe Qualität sicherzustellen und Reinigungsprozesse zu optimieren.

Voraussetzungen

Bevor ein Audit durchgeführt wird, sollten einige grundlegende Voraussetzungen erfüllt sein, damit die Überprüfung systematisch und objektiv abläuft. Dazu gehören klar definierte Standards, ein qualifiziertes Team, detaillierte Checklisten, ausreichende Ressourcen und eine transparente Kommunikation mit allen Beteiligten:

  • Klare Standards und Kriterien: Es müssen messbare Reinigungsstandards existieren (z. B. APPA‑Reinigungsstandards, unternehmensinterne Richtlinien).

  • Auditteam: Zusammenstellung eines qualifizierten Teams aus Facility‑Managerinnen, Reinigungsleitenden und ggf. externen Auditoren.

  • Checklisten: Entwicklung detaillierter Checklisten für alle relevanten Bereiche und Oberflächen.

  • Ressourcen: Bereitstellung von Zeit, Personal und Werkzeugen (Messgeräte, Kameras) für die Inspektion.

  • Kommunikation: Vorabinformation der Reinigungsdienstleister und Nutzer über Zweck und Ablauf des Audits, um Störungen zu minimieren.

Benötigte Daten

Für eine fundierte Bewertung müssen unterschiedliche Daten aus dem Facility Management gesammelt und bereitgestellt werden

Diese Daten bilden die Grundlage für Analysen und Vergleiche:

  • Reinigungspläne und Leistungsverzeichnisse: Angaben zu Häufigkeiten, Methoden und eingesetzten Mitteln.

  • Flächen- und Raumdaten: Grundrisse, Flächengrößen, Raumarten (Büro, Sanitär, Labor).

  • Beschwerdeprotokolle: Dokumentierte Meldungen über Reinigungsmängel.

  • Vorherige Auditberichte: Ergebnisse früherer Audits zur Trendanalyse.

  • Standards und Vorgaben: Interne Richtlinien, Normen oder gesetzliche Anforderungen.

  • Ressourcennachweise: Informationen über Personalstärke, Arbeitszeiten und Schulungsnachweise.

    • Organigramm der Rollen im Qualitätsaudit: An der Spitze steht das Top-Management, zentral darunter der Facility-Manager, der Auditoren und Reinigungsleitung koordiniert.

Ein Reinigungs‑Qualitätsaudit erfordert klare Rollenverteilungen, damit Verantwortlichkeiten und Abläufe nachvollziehbar sind und alle Beteiligten effektiv zusammenarbeiten:

  • Facility‑Manager / Auditverantwortliche: Planen und steuern das Audit, definieren Ziele und Kriterien.

  • Auditoren: Führen die Inspektionen durch, dokumentieren Beobachtungen und bewerten anhand der Checklisten. Sie können intern oder extern sein.

  • Reinigungsleitung / Dienstleister: Liefern Informationen, begleiten das Audit und unterstützen bei der Umsetzung von Verbesserungen.

  • Gebäudenutzer: Werden bei Bedarf zur Zufriedenheit befragt oder über Ergebnisse informiert.

  • Top‑Management: Genehmigt Ressourcen, prüft Auditberichte und entscheidet über Maßnahmen.

Das Audit folgt einer klar strukturierten Vorgehensweise, die aus mehreren Schritten besteht und einen systematischen Ablauf gewährleistet:

  • Audit vorbereiten: Ziele festlegen, das Auditteam zusammenstellen und Checklisten erstellen. Anschließend den Audittermin planen und alle Beteiligten informieren.

  • Durchführung: Vor Ort Begehung aller definierten Bereiche. Sauberkeit der Oberflächen, Zustand der Ausrüstung und Einhaltung der angewandten Methoden prüfen. Beobachtungen mit Fotos dokumentieren und das Reinigungspersonal interviewen.

  • Ergebnisse analysieren: Nach der Begehung Daten auswerten, Abweichungen identifizieren und Ursachen analysieren. Trends oder wiederkehrende Schwachstellen hervorheben.

  • Bericht erstellen: Einen strukturierten Bericht mit Ergebnissen, Bewertungen und Empfehlungen verfassen. Maßnahmen priorisieren und Fristen festlegen.

  • Maßnahmen verfolgen: Die Umsetzung der Empfehlungen überwachen, gegebenenfalls Schulungen durchführen und Anpassungen in den Reinigungsplänen vornehmen. Ergebnisse an das Management berichten und einen erneuten Audittermin einplanen.

Erwartete Ergebnisse

Die erwarteten Ergebnisse eines Audits umfassen sowohl qualitative als auch quantitative Erkenntnisse. Qualitativ werden Stärken und Schwächen der Reinigungsprozesse dokumentiert, Verhaltensweisen der Mitarbeitenden analysiert und Rückmeldungen von Nutzerinnen und Nutzern erfasst. Quantitativ lassen sich Kennzahlen wie Sauberkeitspunkte pro Bereich, prozentuale Einhaltung der Standards oder Scoring‑Ergebnisse (etwa bei Hygieneaudits mit Zielwert unter 300 ATP‑Einheiten) ermitteln und mit früheren Audits vergleichen, um Trends zu erkennen. Aus den Ergebnissen wird ein Maßnahmenplan mit priorisierten Verbesserungsmaßnahmen, Verantwortlichkeiten und Terminen abgeleitet.

Vorteile der Methode

Reinigungs‑Qualitätsaudits bieten zahlreiche Vorteile. Sie ermöglichen eine objektive Beurteilung der Reinigungsleistungen und helfen, die Einhaltung von Gesundheits‑ und Sicherheitsstandards sicherzustellen. Durch die strukturierte Vorgehensweise können Facility‑Managerinnen und ‑Manager Verbesserungspotenziale systematisch identifizieren und notwendige Maßnahmen ergreifen. Regelmäßige Audits steigern die Transparenz gegenüber Auftraggebern und Nutzerinnen, fördern die Zufriedenheit und stärken das Vertrauen in das Gebäudemanagement. Darüber hinaus unterstützen sie die Optimierung von Reinigungsprozessen, wodurch Ressourcen effizienter genutzt und Kosten gesenkt werden können. Durch die Dokumentation von Ergebnissen lassen sich Trends erkennen und nachhaltige Verbesserungen implementieren, was langfristig zu einem hohen Qualitätsniveau beiträgt.

Grenzen der Methode

Trotz ihrer Vorteile hat die Methode auch Grenzen. Die Durchführung kann zeit- und personalintensiv sein, insbesondere in großen oder stark frequentierten Gebäuden. Ohne klare Standards oder geeignete Checklisten können Audits subjektiv werden und unterschiedliche Ergebnisse liefern. Zudem besteht die Gefahr, dass Mitarbeitende Audits als Kontrollinstrument wahrnehmen und dadurch stressbedingt reagieren; eine transparente Kommunikation ist daher wichtig. Externe Auditoren verursachen zusätzliche Kosten, liefern jedoch eine objektive Sicht. Schließlich erfasst ein Audit immer nur den Zustand zum Zeitpunkt der Prüfung; permanente Reinigungsqualität erfordert kontinuierliche Überwachung und begleitende Schulungen.

Typische Einsatzbereiche

Reinigungs‑Qualitätsaudits kommen in unterschiedlichsten Branchen zur Anwendung. In Bürogebäuden stellen sie die Sauberkeit von Arbeitsplätzen, Besprechungsräumen und Sanitärbereichen sicher. In Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen dienen sie als Hygieneaudits zur Bewertung von Desinfektionsmaßnahmen, Handhygiene und Abfallmanagement. Schulen, Hochschulen und Forschungseinrichtungen nutzen Audits, um die Sauberkeit von Klassenräumen, Laboren und Gemeinschaftsflächen zu überprüfen. In Hotellerie und Gastronomie gewährleisten Audits hohe Standards in Gästezimmern, Küchen und öffentlichen Bereichen. Auch öffentliche Einrichtungen und Verkehrsknotenpunkte führen Audits durch, um gesetzliche Hygienestandards einzuhalten und die Zufriedenheit der Nutzer zu verbessern. Industrielle Anlagen auditieren Produktionsbereiche, Sozialräume und Sicherheitsanforderungen.

Verweise

Die Durchführung von Reinigungs‑Qualitätsaudits wird durch unterschiedliche Regelwerke, Normen und interne Richtlinien unterstützt.

Diese Quellen liefern Anforderungen und Leitfäden für Planung und Bewertung:

  • APPA‑Custodial Service Standards: Beschreiben fünf Qualitätsstufen für Sauberkeit in Bildungseinrichtungen und werden häufig auch in anderen Branchen als Referenz herangezogen.

  • DIN EN ISO 41001: Facility Management: Internationaler Standard für Facility‑Management‑Systeme, der regelmäßige Audits als Teil des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses empfiehlt.

  • DIN EN ISO 9001: Qualitätsmanagement: Enthält Anforderungen an interne Audits zur Sicherstellung der Produkt‑ und Dienstleistungsqualität.

  • Gesetzliche Vorgaben: Nationale Arbeits‑ und Gesundheitsschutzrichtlinien, Reinigungs- und Hygienevorschriften (z. B. Infektionsschutzgesetze).

  • Unternehmensinterne Richtlinien: Hausinterne Reinigungsstandards, Leistungsverzeichnisse und Vertragsanforderungen.

Tools

Zur Durchführung und Dokumentation von Reinigungs‑Qualitätsaudits stehen verschiedene technische und organisatorische Werkzeuge zur Verfügung.

Sie unterstützen die Datenerfassung, Bewertung und Berichterstattung:

  • Digitale Auditplattformen (z. B. FM.connect.com): Bieten Checklisten, mobiles Datenerfassungssystem, Berichterstellung und Archivierung.

  • Inspektions-Apps und Formulare: Erleichtern die Erfassung von Beobachtungen und Fotos direkt vor Ort.

  • ATP‑Messgeräte: Messen biolumineszente Adenosintriphosphat‑Werte auf Oberflächen und liefern quantitative Hygieneindikatoren.

  • Checklisten und Bewertungsbögen: Strukturieren die Begehung und stellen sicher, dass alle Bereiche bewertet werden.

  • Bilddokumentation: Digitalkameras oder mobile Geräte zur fotografischen Dokumentation von Mängeln.

  • Berichtswerkzeuge: Software zur Auswertung der Daten, Erstellung von Scorecards und Visualisierung von Trends.