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Eigen- oder Fremdleistung im FM bestimmen

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Eigen- oder Fremdleistung im Facility Management zur strategischen Entscheidung zwischen interner und externer Leistungserbringung

Methode: Eigen- oder Fremdleistung im Facility Management bestimmen

Die Entscheidung, Facility-Management-Leistungen intern zu erbringen oder an externe Dienstleister zu vergeben, ist eine strategische Kernfrage. Die vorliegende Methode unterstützt Unternehmen dabei, durch die strukturierte Analyse von Kosten, strategischer Relevanz, Know-how und Personalbedarf eine fundierte Entscheidung zu treffen. Da Outsourcing-Entscheidungen langfristige Auswirkungen haben und verschiedene Motive wie Kostentransparenz, Flexibilität oder Risikotransfer miteinander konkurrieren, berücksichtigt der Ansatz quantitative und qualitative Faktoren sowie die Betreiberverantwortung im Facility Management. Er baut auf Normen wie der VDI 2899 auf und integriert Phasen von der Ist-Analyse über die ökonomische Bewertung bis zur Implementierung von Eigen-, Fremd- oder hybriden Leistungsmodellen.

Make-or-Buy-Entscheidung im Facility Management

Einführung in die Methode

Facility Management (FM) ist laut der International Facility Management Association ein multidisziplinärer Beruf, der die Funktionsfähigkeit, den Komfort, die Sicherheit und die Effizienz der gebauten Umgebung sicherstellt, indem Menschen, Orte, Prozesse und Technologien integriert werden. Die ISO-Norm 41011:2017 definiert FM als organisatorische Funktion, die Menschen, Orte und Prozesse innerhalb der gebauten Umwelt zusammenführt, um die Lebensqualität von Menschen zu verbessern und die Produktivität des Kerngeschäfts zu steigern. FM umfasst somit sämtliche unterstützenden Dienstleistungen, die den Kernprozessen eines Unternehmens dienen. Die Entscheidung zwischen Eigen- und Fremdleistung („make or buy“) beschreibt, ob eine Leistung mit eigenem Personal und eigenen Ressourcen erbracht wird oder ob man sie an externe Dienstleister vergibt. Im Facility Management ist diese Entscheidung von strategischer Bedeutung; sie beeinflusst Kosten, Qualität, Risiko, Steuerbarkeit und die Fähigkeit des Unternehmens, sich auf seine Kernkompetenzen zu konzentrieren. Outsourcing-Entscheidungen haben langfristige Konsequenzen und erfordern eine sorgfältige Bewertung der Motive und Problembereiche. Typischerweise lassen sich die Beweggründe für oder gegen Outsourcing den vier Kernbereichen Kosten, Strategie, Know-how und Personal zuordnen. Auf normative Managementebene werden in vielen Organisationen (z. B. Corporate Facility Management – CFM) Grundsatzentscheidungen für Eigenleistung oder Fremdvergabe getroffen. Regionales Facility Management (RFM) setzt die Strategie in den Regionen um, während Lokales Facility Management (LFM) die operative Einhaltung der Betreiberpflichten sicherstellt. Die Methode berücksichtigt diese Ebenen, sodass strategische Steuerung, operative Umsetzung und Compliance in Einklang stehen.

Ziel der Methode

Ziel der Methode ist es, Unternehmen bei der strukturierten und nachvollziehbaren Entscheidung zu unterstützen, ob Facility-Management-Leistungen in Eigenregie erbracht, an externe Dienstleister vergeben oder in hybriden Modellen kombiniert werden. Durch die systematische Bewertung aller relevanten Kriterien soll eine Entscheidung getroffen werden, die wirtschaftlich, rechtlich sowie strategisch sinnvoll ist und den langfristigen Unternehmenszielen entspricht. Die Methode strebt an, Kostentransparenz und Flexibilität zu erhöhen, indem die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership) von Eigen- und Fremdleistungen betrachtet werden. Sie hilft dabei, Einsparpotenziale durch Benchmarking zu identifizieren, Leistungskennzahlen (KPIs) zu definieren und zu überwachen und die Auswirkungen verschiedener Leistungsmodelle auf Qualität, Compliance und Risiken zu verstehen. Weiteres Ziel ist es, die Betreiberverantwortung zu erfüllen und rechtliche, normative sowie interne Vorgaben zu berücksichtigen. Dies umfasst die Gewährleistung der Sicherheit und Verfügbarkeit technischer Anlagen, den Schutz von Mitarbeitern und Nutzern sowie die Einhaltung von Gesetzen, Normen (z. B. ISO 9001, 45001) und betrieblichen Standards.

Anwendungsbereich

Die Methode eignet sich für private und öffentliche Unternehmen aller Branchen, die Leistungen im Facility Management erbringen oder beauftragen. Sie kommt sowohl bei der Neuplanung von Gebäuden als auch im laufenden Betrieb zur Anwendung und unterstützt Entscheidungen auf der CFM-, RFM- und LFM-Ebene. Typische Einsatzgebiete sind die Vergabe von technischen Gebäudediensten (z. B. Wartung, Instandhaltung), infrastrukturellen Dienstleistungen (Reinigung, Sicherheit, Postdienste), kaufmännischen Services (Vertrags- und Flächenmanagement) sowie Ver- und Entsorgungsleistungen. Auch bei der Einführung digitaler Technologien wie Building Information Modeling (BIM) und IoT-Sensorik für Predictive Maintenance oder bei der Integration von ESG-Kriterien kann die Methode helfen, die geeignete Leistungstiefe auszuwählen. Ferner unterstützt die Methode die Auswahl von hybriden Modellen, in denen bestimmte Kernleistungen intern erbracht und andere Leistungen outgesourct werden, um Wirtschaftlichkeit, Compliance und Qualitätsanforderungen zu kombinieren.

Ausgangssituation

Die Entscheidungssituation entsteht meist, wenn bestehende Vertragslaufzeiten auslaufen, neue Objekte in Betrieb genommen werden oder Kostendruck und Qualitätsanforderungen steigen. Unternehmen stehen vor der Frage, ob sie steigende Betriebskosten durch internes Personal auffangen können oder ob externe Dienstleister durch Spezialisierung und Skaleneffekte effizienter sind.
Einer der häufigsten Auslöser für Outsourcing ist die erwartete Kostensenkung. Im Kostenbereich können Outsourcing-Entscheidungen zu verbesserter Kostentransparenz führen, indem versteckte interne Kosten sichtbar werden und das Kosten-Leistungs-Verhältnis planbarer wird. Gleichzeitig können die Reduzierung von Personalfixkosten und die Umwandlung von Fixkosten in variable Kosten die Flexibilität erhöhen.
Weitere Auslöser sind fehlendes Know-how oder Ressourcenengpässe im eigenen Unternehmen, die erhöhte Anforderungen an Qualität und Verfügbarkeit technischer Anlagen, die Notwendigkeit der Risikominimierung sowie gesetzliche Vorgaben. Allerdings müssen auch mögliche Risiken wie erhöhte Kontrollkosten, Switching-Costs und Abhängigkeit von Dienstleistern berücksichtigt werden.

Voraussetzungen

Bevor die Methode angewendet wird, müssen bestimmte Rahmenbedingungen erfüllt sein. Es braucht eine klare strategische Ausrichtung, definierte Verantwortlichkeiten und belastbare Daten. Die Organisation sollte bereit sein, interne Prozesse kritisch zu hinterfragen und externe Anbieter in den Entscheidungsprozess einzubeziehen.

  • Strategische Verankerung: Die Entscheidung muss mit der Unternehmensstrategie und der FM-Strategie abgestimmt sein, insbesondere hinsichtlich Kernkompetenzen und Kerngeschäft.

  • Verfügbarkeit von Daten: Es sollten detaillierte Daten zu Kosten, Leistungsmengen, Qualitätsanforderungen und Risiken vorliegen (siehe Abschnitt 6).

  • Stakeholder-Einbindung: Nutzer, Eigentümer, Management sowie betroffene Mitarbeitende müssen frühzeitig eingebunden werden, um Akzeptanz und Transparenz zu schaffen.

  • Rechtliche und normative Kenntnisse: Kenntnisse zu gesetzlichen Pflichten (z. B. Betreiberverantwortung, Arbeitszeitgesetz, § 613a BGB) und relevanten Normen (VDI-Richtlinien, ISO-Normen) sind notwendig.

  • Interne Kompetenzen: Es sollten interne Kompetenzen für Analyse, Verhandlung und Controlling vorhanden sein oder durch externe Beratung ergänzt werden.

  • Zeitliche Ressourcen: Genügend Zeit für Datenerhebung, Analyse, Bewertung und Umsetzung muss eingeplant werden, da Outsourcing-Projekte langfristig ausgelegt sind.

Benötigte Daten

Für eine fundierte Entscheidung ist eine umfassende Datensammlung erforderlich. Diese Daten dienen als Grundlage für Kostenrechnungen, Risikobewertungen und qualitative Analysen.

  • Kostenstrukturen: Vollständige Aufstellung der aktuellen Kosten für Eigenleistungen (Personal, Material, Verwaltung) und Angebote potenzieller Dienstleister. Hierzu gehört die Betrachtung der Total Cost of Ownership (TCO) über den gesamten Lebenszyklus.

  • Leistungsumfang: Art und Umfang der zu erbringenden Leistungen, Häufigkeiten und Service Level.

  • Qualitätskennzahlen: Bestehende KPIs zu Verfügbarkeit, Ausfallzeiten, Störungsreaktion und Nutzerzufriedenheit.

  • Risikodaten: Informationen zu gesetzlichen Risiken, Haftungsfragen, Compliance-Anforderungen und potenziellen Störungen.

  • Personal- und Kapazitätsdaten: Anzahl, Qualifikation und Auslastung der internen Mitarbeitenden sowie Personalübernahmeklauseln und Kündigungsschutzregelungen.

  • Asset-Daten: Zustand der Anlagen, technische Spezifikationen, Wartungshistorie und geplante Investitionen.

  • Marktinformationen: Vergleiche von Outsourcing-Anbietern, Benchmarking-Daten und Kennzahlen aus vergleichbaren Organisationen.

Organisatorische Rollen

Die Anwendung der Methode erfordert die Zusammenarbeit verschiedener Rollen innerhalb der Organisation. Jede Rolle bringt spezifische Perspektiven und Verantwortlichkeiten ein.

  • Corporate Facility Manager (CFM): Verantwortet die strategische Steuerung, die Festlegung von Richtlinien und die Sicherstellung der Compliance.

  • Regional Facility Manager (RFM): Übersetzt die strategischen Entscheidungen in regionale Konzepte und überwacht die Umsetzung, führt Audits und Qualitätskontrollen durch.

  • Local Facility Manager (LFM): Verantwortet die tägliche Betriebsführung, dokumentiert die Leistungserbringung und überwacht die Einhaltung der Service Level.

  • Fachabteilungen (z. B. Technik, Reinigung, Sicherheit): Liefern fachspezifische Daten, definieren Anforderungen und bewerten Alternativen.

  • Einkauf/Procurement: Führt Marktrecherchen durch, holt Angebote ein, gestaltet Verträge und verhandelt Konditionen.

  • Finanz-/Controlling: Unterstützt die Kostenanalysen und prüft die Wirtschaftlichkeit verschiedener Alternativen.

  • Recht & Compliance: Prüft vertragliche, haftungsrechtliche und normativ bedingte Anforderungen.

  • Personal/Human Resources: Klärt Fragen zum Personalübergang, zur Qualifikation und zur Mitarbeiterkommunikation.

  • Nutzervertretung: Repräsentiert die Interessen der Facility-Nutzer (z. B. Mitarbeitende, Mieter) und gibt Feedback zur Servicequalität.

Vorgehensstruktur

Die nachfolgende Vorgehensstruktur orientiert sich am Phasenmodell der VDI 2899 sowie an in der Praxis bewährten Verfahren【3916†L3916-L3992】. Sie kombiniert quantitative Analysen (Kosten, Wirtschaftlichkeit) mit qualitativen Bewertungen (Organisation, Technik, Risiko).

  • Festlegung von Zielsetzung und Leistungsumfang: Definition des zu untersuchenden Leistungsbereichs, der Ziele (z. B. Kostensenkung, Qualitätssteigerung) und der Rahmenbedingungen (Zeit, Ressourcen).

  • Ist-Analyse: Erfassung der bestehenden Prozesse, Kosten, Qualitätsniveaus und Risiken. Identifikation von Outsourcing-Kandidaten und Prüfung von K.O.-Kriterien wie personelle Verfügbarkeit, Gewährleistungspflichten und gesetzliche Einschränkungen.

  • Markt- und Anbieteranalyse: Sammlung von Informationen zu potenziellen Dienstleistern, deren Leistungsportfolio, Referenzen, Zertifizierungen sowie deren Fähigkeit, gesetzliche Betreiberpflichten zu erfüllen.

  • Wirtschaftlichkeitsanalyse: Durchführung von Kostenvergleichen (Eigenleistung vs. Fremdleistung) mittels Vollkostenrechnung, Deckungsbeitragsrechnung oder Total-Cost-of-Ownership-Modellen【3916†L3916-L3999】. Berücksichtigung von Umstellungs- und Transaktionskosten (Switching-Costs), Agency-Costs und langfristigen Preisentwicklungen.

  • Qualitative Bewertung: Bewertung organisatorischer, technischer und strategischer Kriterien wie Kerngeschäftsbezug, Know-how-Erhalt, Flexibilität, Personalaspekte sowie Risiken und Compliance. Einsatz von Nutzwertanalyse, Punktbewertungsverfahren oder Portfolio-Ansätzen zur Gewichtung und Aggregation der Kriterien【3916†L3916-L4042】.

  • Entscheidungsmatrix erstellen: Zusammenführen der Ergebnisse aus Kostenanalyse und qualitativer Bewertung in einer Matrix (wie in der VDI 2899 beschrieben), um die Alternative mit dem besten Zielerreichungsgrad und der höchsten Wirtschaftlichkeit zu bestimmen【3916†L3934-L4042】.

  • Entscheidung und Freigabe: Präsentation der Ergebnisse an das Management, Auswahl der Alternative (Eigenleistung, Fremdleistung oder Hybridmodell) und formale Genehmigung. Berücksichtigung der langfristigen Auswirkungen und der Betreiberverantwortung.

  • Umsetzung: Bei Fremdvergabe: Ausschreibung, Auswahl des Dienstleisters, Vertragsverhandlung und -gestaltung sowie Vorbereitung des Personalübergangs. Bei Eigenleistung: Anpassung der Organisation, Qualifizierung des Personals und Implementierung von Qualitäts- und Risikomanagement.

  • Implementierung und Übergabe: Start der Leistungserbringung, Einrichtung von Schnittstellen zwischen Auftraggeber und Dienstleister, Schulung und Einweisung des Personals.

  • Monitoring und kontinuierliche Verbesserung: Laufende Überwachung der Leistungserbringung durch KPIs, Audits und Benchmarks; regelmäßige Compliance-Prüfungen und Risikobewertungen. Anpassung der Verträge und Prozesse basierend auf Feedback, Digitalisierung (z. B. BIM, IoT) und Nachhaltigkeitszielen.

Vorteile der Methode

Die Methode bietet zahlreiche Vorteile. Durch die systematische Erfassung und Bewertung der Kosten wird eine verbesserte Kostentransparenz erreicht; bisher versteckte Kosten werden sichtbar und das Kosten-Leistungs-Verhältnis kann besser geplant, gesteuert und kontrolliert werden. Die Umwandlung von Fixkosten in variable Kosten erhöht die finanzielle Flexibilität.
Strategisch ermöglicht das Outsourcing eine Konzentration auf das Kerngeschäft, senkt Kapitalbindung und Investitionskosten und überträgt Verantwortung und Risiko auf den Dienstleister. Gleichzeitig lassen sich durch Benchmarking und KPIs Einsparpotenziale identifizieren und die Leistung externer Anbieter systematisch überwachen.
Die Methode stärkt zudem den Erhalt von Know-how und fördert den Zugang zu spezialisiertem externem Fachwissen, was die Qualität der Leistungen erhöht. Im Personalbereich können Unternehmen Personalknappheit reduzieren und dem übergebenen Personal bessere Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Die Berücksichtigung digitaler Tools, Risikomanagement und Nachhaltigkeit trägt zu einer modernen und zukunftssicheren FM-Strategie bei.

Grenzen der Methode

Trotz der Vorteile gibt es auch Grenzen. Outsourcing-Entscheidungen bergen das Risiko des Verlusts von Wettbewerbsvorteilen bei strategisch wichtigen Funktionen sowie der Abhängigkeit und des Kontrollverlusts gegenüber Dienstleistern. Der Prozess ist schwer reversibel; lange Vertragslaufzeiten und Personalabbau erschweren eine Rückkehr zur Eigenleistung.
Auch können Switching-Costs und Agency-Costs den Nutzen der Auslagerung schmälern, insbesondere bei technischen Inkompatibilitäten oder unerwarteten Sonderleistungen. Der Verlust von internem Know-how und die Übertragung sensibler Informationen an den Dienstleister stellen weitere Risiken dar. Darüber hinaus können Mitarbeiter Widerstand leisten oder Motivationsprobleme entwickeln, was die Umsetzung erschwert.
Schließlich hängt der Erfolg der Methode von der Verfügbarkeit zuverlässiger Daten ab; unvollständige oder unsichere Kostendaten sowie subjektive Gewichtungen in der Nutzwertanalyse können zu Verzerrungen führen. Marktveränderungen, kurzfristige Preisänderungen oder regulatorische Neuerungen lassen sich nicht immer vollständig vorhersagen.

Typische Einsatzbereiche

Die Methode wird in verschiedenen Situationen angewendet. In der technischen Gebäudebewirtschaftung (z. B. Heizungs-, Lüftungs-, Klima- und Kälteanlagen) unterstützt sie die Entscheidung, ob Wartungsarbeiten intern bleiben oder spezialisierten Dienstleistern übertragen werden. Im infrastrukturellen Facility Management lässt sich damit die Vergabe von Reinigungs-, Sicherheits-, Empfangs- oder Catering-Dienstleistungen prüfen. Bei kaufmännischen Leistungen kann die Methode darüber entscheiden, ob Flächenmanagement, Vertragsverwaltung oder Energieeinkauf intern abgedeckt oder outgesourct werden sollen.
Auch in Projekten zur Digitalisierung (Einführung von BIM, IoT oder KI-gestützten Systemen) wird geprüft, ob das erforderliche Know-how intern aufgebaut wird oder ob externe Spezialisten eingesetzt werden. In öffentlich-rechtlichen Einrichtungen wie Kliniken, Universitäten oder Behörden hilft die Methode, die Betreiberverantwortung zu erfüllen und Wirtschaftlichkeit und Rechtssicherheit in Einklang zu bringen.

Verweise

Die Methode orientiert sich an einschlägigen Normen, Richtlinien und Gesetzesgrundlagen.

Die folgende Auswahl bietet Orientierung für weiterführende Studien (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • ISO 41011 / ISO 41012 / ISO 41013: Internationale Normen zur Definition und Führung des Facility Managements.

  • ISO 9001, ISO 45001, ISO 14001, ISO 50001: Normen zu Qualitäts-, Arbeits-, Umwelt- und Energiemanagement, die als Anforderungen für Dienstleister dienen.

  • VDI 2899: Richtlinie zur Entscheidungsfindung für Eigenleistung oder Fremdvergabe von Instandhaltungsleistungen, kombiniert Wirtschaftlichkeitsrechnung und Nutzwertanalyse【3916†L3916-L4042】.

  • DIN 31051 / DIN EN 13306: Normen zur Instandhaltung und zu Instandhaltungsstrategien.

  • GEFMA-Richtlinien (z. B. GEFMA 200, 400): Deutsches Regelwerk für Facility Management, das Prozesse, Organisation und Leistungen beschreibt.

  • § 613a BGB: Regelt den Personalübergang bei Betriebsübergängen und ist bei Outsourcing von Personal relevant.

Tools

Für die Umsetzung der Methode können verschiedene Werkzeuge eingesetzt werden, die Daten erfassen, analysieren und Ergebnisse visualisieren.

  • Excel-basierte Kosten- und Entscheidungsmodelle: Tabellen zur Vollkostenrechnung, Nutzwertanalyse und Entscheidungsmatrix, z. B. das von FM.connect angebotene „Eigen- oder Fremdleistung im FM-Berechnungstool“.

  • FM.connect-Dokumente und Checklisten: Digitale Dokumente, die Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Checklisten und Vorlagen bieten, wie im Anwendungsdokument „Eigen- oder Fremdleistung im Facility Management“ beschrieben.

  • Building Information Modeling (BIM): Plattformen zur digitalen Planung und Verwaltung von Gebäuden, die Daten für Wartung und Instandhaltung liefern.

  • IoT-Sensorik und Predictive-Maintenance-Tools: Systeme zur vorausschauenden Instandhaltung und Echtzeit-Überwachung technischer Anlagen.

  • KPI-Dashboards und Benchmarking-Tools: Software zur Messung von Leistung, Kosten, Energieverbrauch und Nutzerzufriedenheit.

  • Compliance- und Vertragsmanagement-Systeme: Tools zur Überwachung von Betreiberpflichten, zur Einhaltung von Service-Level-Agreements (SLA) und zur Steuerung von Verträgen.

  • Data Envelopment Analysis (DEA): Analytische Methode zur Effizienzmessung von Facility-Management-Einheiten, die zur Unterstützung der Make-or-Buy-Entscheidung eingesetzt werden kann.