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IH-Kosteneinschätzung für TGA mit Hilfe variabler Kennziffern

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IH Kosteneinschätzung für TGA mit variablen Kennziffern zur fundierten Kostenplanung

Methode: IH-Kosteneinschätzung für TGA mit Hilfe variabler Kennziffern

Die Instandhaltung technischer Gebäudeausrüstung (TGA) verursacht einen erheblichen Anteil der Lebenszykluskosten eines Gebäudes. Klassische Ansätze arbeiten mit festen prozentualen Richtwerten und führen häufig zu unpräzisen Budgets. Die Methode der IH-Kosteneinschätzung für TGA mit variablen Kennziffern nutzt den Wiederbeschaffungswert der Anlagen, spezifische Jahreskostenfaktoren sowie Korrekturwerte für Alter, Nutzungsart und Gebäudehöhe, um die jährlichen Wartungs-, Inspektions- und Instandsetzungsaufwendungen realistisch zu ermitteln. Grundlage bilden technische Normen (DIN 31051, DIN 32736, DIN 18960) und Forschungsergebnisse des AMEV, wonach die durchschnittlichen Instandhaltungskosten von 136 untersuchten öffentlichen Gebäuden 1,94 % des Wiederbeschaffungswerts (WBW) betrugen. Durch die Kombination aus Datenbasis und variablen Kennziffern können Facility-Management-Organisationen eine präzisere Budgetierung, Optimierung der Wartungsstrategien und bessere Lebenszyklusplanung erreichen.

IH-Kosteneinschätzung für TGA mit Kennziffern

Einführung in die Methode

Instandhaltung und Betrieb technischer Anlagen sind essenziell für die sichere, effiziente Nutzung von Gebäuden. Nach DIN 32736 umfasst das Betreiben die Leistungen, die zur wirtschaftlichen Nutzung der baulichen und technischen Anlagen erforderlich sind; dazu gehören Inbetriebnehmen, Bedienen, Überwachen, Optimieren, Instandhalten, das Beheben von Störungen, Außer- und Wiederinbetriebnahme sowie Wiederholungsprüfungen. Die Instandhaltung selbst gliedert sich gemäß DIN 31051:2012-09 in vier Grundmaßnahmen: Wartung (Verzögerung des Abbaus des vorhandenen Abnutzungsvorrats), Inspektion (Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustands), Instandsetzung (Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit) und Verbesserung (Maßnahmen zur Steigerung von Zuverlässigkeit und Instandhaltbarkeit).

Die traditionelle Budgetierung der Instandhaltung orientierte sich oftmals an festen Prozentsätzen des Anschaffungswertes oder am Installationsgrad. Forschungsarbeiten des Arbeitskreises Maschinen- und Elektrotechnik staatlicher und kommunaler Verwaltungen (AMEV) zeigten jedoch, dass diese Ansätze zu großen Streuungen führten. Die Analyse von Instandhaltungsdaten aus knapp 140 öffentlichen Gebäuden ergab, dass die Instandhaltungskosten zwischen 0,5 % und 9 % des Wiederbeschaffungswertes der TGA schwanken; der Durchschnitt lag bei 1,94 %. Der Einfluss von Gebäudealter, Nutzungsart und Gebäudehöhe erwies sich als signifikant, während die Gebäudegröße oder die Betriebszeit der Anlagen nur geringe Auswirkungen hatten.

Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelte der AMEV ein Berechnungsverfahren, bei dem der Wiederbeschaffungswert (WBW) der technischen Anlage mit einem Jahreskostenfaktor multipliziert und durch Korrekturfaktoren modifiziert wird. Das Grundprinzip lautet:

Instandhaltungskosten (Wartung/Inspektion/Instandsetzung) = Wiederbeschaffungswert × Jahreskostenfaktor [%] / 100 × Korrekturfaktor.

Die Methode IH-Kosteneinschätzung für TGA mit variablen Kennziffern überführt dieses Berechnungsprinzip in ein praxisnahes Instrument für das Facility Management. Sie kombiniert normativ festgelegte Jahreskostenfaktoren (z. B. 1 % des Herstellungswertes für Wartung und Inspektion oder 3 % für Instandsetzung) mit anlagenspezifischen Korrekturwerten und erlaubt so eine differenzierte Abschätzung der Instandhaltungskosten. Durch die Variation der Kennziffern lassen sich unterschiedliche Gebäudearten, Ausstattungsstandards oder Betriebsbedingungen abbilden.

Ziel der Methode

Das primäre Ziel dieser Methode besteht darin, eine realistische und datenbasierte Ermittlung der Instandhaltungskosten für technische Gebäudeausrüstungen zu ermöglichen. Anstelle pauschaler Erfahrungswerte werden objektbezogene Kennziffern verwendet, die der Komplexität moderner Gebäudetechnik und den Anforderungen an Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Rechtssicherheit gerecht werden.

Die Methode unterstützt die:

  • Budgetplanung und -kontrolle – durch die Bestimmung der jährlichen Kosten für Wartung, Inspektion und Instandsetzung können Budgets präziser geplant und Abweichungen frühzeitig erkannt werden.

  • Strategische Instandhaltungsplanung – variable Kennziffern berücksichtigen die Lebensdauer der Anlagen und ermöglichen eine proaktive Planung von Wartungsmaßnahmen und Ersatzinvestitionen.

  • Lebenszykluskostenanalyse – die Methode erlaubt, die Betriebskosten (DIN 18960) mit den Investitionskosten (DIN 276) zu verknüpfen und damit die Gesamtwirtschaftlichkeit von Gebäuden zu beurteilen.

  • Benchmarking und Ausschreibung – durch transparente Kennzahlen können Angebote von Dienstleistern beurteilt und Leistungsvorgaben festgelegt werden.

Durch die Verbindung von Wiederbeschaffungswert, normativen Jahreskostenfaktoren und objektbezogenen Korrekturwerten soll das Verfahren sowohl genau als auch praxisnah sein. Es trägt dazu bei, Ressourcen effizient zu nutzen, die Versorgungssicherheit zu gewährleisten und die Vermögenswerte zu erhalten.

Anwendungsbereich

Die Methode ist im Facility Management für Gebäudeportfolios oder größere Einzelobjekte konzipiert. Das AMEV weist darauf hin, dass das Berechnungsverfahren für Liegenschaften oder Portfolios mit einer Nettogrundfläche von mindestens etwa 1 000 m² geeignet ist; bei kleineren Objekten können statistische Streuungen das Ergebnis verzerren.

Sie findet Anwendung in folgenden Kontexten:

  • Öffentliche und institutionelle Gebäude wie Schulen, Hochschulen, Verwaltungsbauten, Laborgebäude, Bibliotheken oder Sporteinrichtungen, für die eine systematische Budgetierung erforderlich ist.

  • Private Immobilienportfolios – Eigentümer nutzen die Methode, um Instandhaltungsstrategien und Dienstleisterverträge zu optimieren.

  • Planungs- und Neubauphasen – schon in der Entwurfsphase können mittels Lebenszykluskostenanalysen (DIN 18960/DIN 276) Kosten für den späteren Betrieb abgeschätzt werden, was die Entscheidung für energieeffiziente TGA und nachhaltige Bauweisen beeinflusst.

  • Due-Diligence-Prüfungen – Investoren oder Betreiber können mit variablen Kennziffern die erwarteten Instandhaltungskosten von Bestandsgebäuden abschätzen und so Risiken bewerten.

  • Vergabe und Vertragsmanagement – die Methode liefert belastbare Kostengrößen für die Ausschreibung von Instandhaltungsleistungen und ermöglicht eine Bewertung von Angeboten anhand transparenter Kennziffern.

Die Anwendung ist auf Anlagen innerhalb ihrer technischen Lebensdauer ausgerichtet; überalterte Anlagen verursachen überproportional hohe Instandhaltungskosten und sollten gesondert bewertet werden. Für sehr große Objekte mit Wiederbeschaffungswerten von über 10 Mio. € sind besondere Prüfungen notwendig, da die Standardfaktoren zu einem überhöhten Mittel- bzw. Personalbedarf führen können.

Zu Beginn einer Kostenschätzung stehen der Betreiber oder Eigentümer vor mehreren Herausforderungen:

  • Hohe Kostenschwankungen – Analysen zeigen, dass die Instandhaltungskosten von technischen Anlagen im Durchschnitt 1,94 % des Wiederbeschaffungswertes betragen, die Spannweite aber zwischen 0,5 % und 9 % liegt. Diese Variabilität ist auf Faktoren wie Anlagenalter, Gebäudenutzungsart, Gebäudehöhe und technischen Standard zurückzuführen.

  • Fehlende Trennung von Bedien- und Instandhaltungskosten – da die DIN 32541 zurückgezogen wurde und in der Praxis keine scharfe Trennung mehr möglich ist, werden Bedienkosten üblicherweise im Rahmen der Wartungs- und Inspektionsbudgets berücksichtigt.

  • Unzureichende Datenbasis – häufig fehlt ein aktuelles Anlagenverzeichnis mit Angaben zu Baujahr, Zustand und Wiederbeschaffungswert; auch Angaben zum Installationsgrad oder zur Nutzung sind lückenhaft.

  • Budgetdruck und Nachhaltigkeitsanforderungen – der zunehmende Fokus auf Energieeffizienz und Klimaneutralität führt zu steigenden Anforderungen an Wartung und Erneuerung der TGA. Ein unzureichend dimensioniertes Budget kann zu Ausfällen, Energieverlusten und Wertverfall führen.

Diese Ausgangslage bildet den Trigger für die Einführung der Methode: Sie liefert ein strukturiertes Vorgehen, um aus Daten (Bestandsaufnahme, Kostenfaktoren, Korrekturwerte) verlässliche Kennziffern abzuleiten und damit die Finanzierung der Instandh

Voraussetzungen

Vor der Anwendung der Methode sollten bestimmte organisatorische und fachliche Voraussetzungen erfüllt sein. Ein kurzer Überblick leitet in die erforderlichen Grundlagen ein, bevor die detaillierten Punkte aufgeführt werden.

  • Aktualisiertes Anlagenverzeichnis: Alle technischen Anlagen (Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär, Elektro, Gebäudeautomation etc.) müssen nach Kostengruppe 400 der DIN 276 inventarisiert und klassifiziert sein.

  • Ermittlung des Wiederbeschaffungswertes (WBW): Für jede Anlage ist der aktuelle Wiederbeschaffungswert – als Basis der Kostenberechnung – zu ermitteln. Dies kann über Kostendatenbanken (BKI), Erfahrungswerte oder aktuelle Marktpreise erfolgen.

  • Kenntnis normativer Jahreskostenfaktoren: Der Anwender muss die für Wartung/Inspektion (z. B. 1 % des Herstellungswertes) und Instandsetzung (z. B. 3 %) geltenden Prozentsätze sowie nutzungsbezogene Faktoren kennen.

  • Festlegung von Korrekturfaktoren: Es müssen Regeln für die Anpassung an Gebäudeeinflüsse (Alter, Nutzungsart, Geschosszahl) vorhanden sein. Die AMEV-Empfehlung stellt Tabellen mit Korrekturfaktoren bereit.

  • Zugriff auf Baupreisindizes und Kennwerte: Aktuelle Preisindizes (z. B. Baupreisindex des Statistischen Bundesamtes) und Kostenkennwerte sind notwendig, um den Wiederbeschaffungswert und die Jahreskostenfaktoren auf das Bezugsjahr zu aktualisieren.

  • Qualifiziertes Personal: Facility-Manager, Techniker und Controller sollten geschult sein, die Methodik anzuwenden, Daten zu erheben und Kennzahlen zu interpretieren.

  • Geeignete Software: Tabellenkalkulationen, CAFM-Systeme oder spezialisierte Kostenberechnungstools erleichtern die Verarbeitung der Kennziffern und Korrekturwerte.

Benötigte Daten

Damit die Kostenschätzung belastbar ist, müssen verschiedene Datenquellen zusammengeführt werden. Nachfolgend wird kurz erläutert, welche Informationen erforderlich sind und warum sie wichtig sind; anschließend folgt eine stichpunktartige Übersicht.

  • Wiederbeschaffungswert (WBW) der TGA: Der geschätzte Kostenaufwand, um eine bestehende Anlage neu zu errichten. Er bildet die Basis für die Multiplikation mit Jahres- und Korrekturwerten.

  • Jahreskostenfaktoren: Prozentsätze, die angeben, welcher Anteil des WBW jährlich für Wartung/Inspektion (typischerweise 1 %) oder Instandsetzung (3 %) aufzuwenden ist. Für einzelne Gewerke oder Nutzungsarten existieren differenzierte Faktoren.

  • Korrekturfaktoren: Gebäudespezifische Anpassungsgrößen für Alter (z. B. steigende Kosten bei Anlagen, die älter als ihre technische Lebensdauer sind), Nutzungsart (höhere Anforderungen in Laboren oder Schwimmhallen) und Gebäudehöhe (ab acht Geschossen steigen die Instandhaltungskosten deutlich).

  • Technische und strukturelle Kennwerte: Baujahr, Installationsgrad, Anlagenzustand, Betriebsstunden, Energieverbrauch, Ausstattungsstandard.

  • Raumbezogene Kennwerte: Nettogrundfläche (NGF) oder Bruttogeschossfläche (BGF) zur Skalierung der Kennziffern, wenn pro m² gerechnet wird.

  • Kostenindices und Marktpreise: Baupreisindex, Energie- und Materialpreise zur Aktualisierung der Kennwerte.

  • Historische Instandhaltungsdaten: Vergangene Wartungs- und Reparaturkosten dienen als Plausibilitätskontrolle und Kalibrierung der Kennziffern.

Organisatorische Rollen

Die erfolgreiche Umsetzung der Methode erfordert klare Zuständigkeiten und Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren. Nach einer kurzen Erklärung werden die Rollen und Aufgaben in Stichpunkten dargestellt.

  • Eigentümer/Investor: Definiert strategische Ziele, gibt Budgetgrenzen vor, trifft Entscheidungen über Modernisierungen und Investitionen.

  • Facility Manager: Verantwortlich für die Erhebung der Anlagendaten, Koordination der Instandhaltung und Umsetzung der Methode. Er stellt sicher, dass das Anlagenverzeichnis aktuell ist und die relevanten Normen eingehalten werden.

  • Technischer Leiter/Betriebsingenieur: Bewertet den technischen Zustand der Anlagen, ermittelt den Wiederbeschaffungswert und interpretiert die Jahres- und Korrekturfaktoren.

  • Kostencontroller/Finanzabteilung: Bereitet die Kostendaten auf, pflegt Preisindizes und überprüft die Plausibilität der Ergebnisse. Er stellt sicher, dass die Berechnungen in die Budgetplanung einfließen.

  • Dienstleister/externes Wartungsunternehmen: Liefert Daten zu Wartungsleistungen, unterstützt bei der Bewertung der Kennziffern und führt die Maßnahmen aus. Verwendet die Kennziffern als Basis für Angebote.

  • IT-/CAFM-Administrator: Implementiert die Berechnungsmethodik in Softwaretools, sorgt für Datenintegrität und unterstützt die Berichtslegung.

  • Normen- und Compliance-Beauftragter: Überwacht die Einhaltung von Normen (DIN 31051, DIN 32736, DIN 18960) und gesetzlichen Anforderungen und aktualisiert die Jahres- und Korrekturwerte bei Normänderungen.

Vorgehensstruktur

Die Vorgehensstruktur beschreibt die Schritte, die zur Durchführung der Kostenschätzung zu durchlaufen sind. Einleitend wird der Ablauf in seinen Grundzügen skizziert; die nummerierte Liste zeigt die konkrete Reihenfolge.

  • Anlageninventur durchführen: Alle technischen Anlagen werden erfasst und gemäß DIN 276 (Kostengruppe 400) klassifiziert (z. B. Abwasser-, Wasser- und Gasanlagen, Wärmeversorgungsanlagen, Lufttechnische Anlagen, Starkstromanlagen, Fernmelde- und informationstechnische Anlagen, Förderanlagen, Gebäudeautomation). Dabei werden Baujahr, Zustand, Kapazität und Standort dokumentiert.

  • Wiederbeschaffungswert (WBW) ermitteln: Für jede Anlage wird der aktuelle Wiederbeschaffungswert berechnet. Dies kann durch Multiplikation des Neuwertes mit Baupreisindizes oder anhand von Kostendatenbanken (z. B. BKI) erfolgen. Bei fehlenden Daten können Marktpreise herangezogen werden.

  • Basis-Jahreskostenfaktoren auswählen: Anhand von Normen und Empfehlungen werden die Prozentsätze für Wartung/Inspektion und Instandsetzung festgelegt. Typische Werte betragen 1 % des Herstellungswertes für Inspektion und Wartung und 3 % für Instandsetzung. Für einzelne Gewerke oder Nutzungsarten können differenzierte Faktoren verwendet werden.

  • Gebäudespezifische Parameter bestimmen: Es werden Faktoren wie Anlagenalter, Nutzungsart des Gebäudes (z. B. Labor, Büro, Schule), Gebäudehöhe (Anzahl der Stockwerke) und Ausstattungsstandard erfasst. Studien zeigen, dass ab etwa acht Stockwerken die Instandhaltungskosten stark steigen.

  • Korrekturfaktoren festlegen: Für jedes Parameter werden entsprechende Korrekturwerte aus der AMEV-Empfehlung oder unternehmenseigenen Erfahrungswerten ausgewählt. Beispiele sind 10 % Aufschlag für Anlagen, die älter als ihre technische Lebensdauer sind, oder reduzierte Faktoren für niedrige Gebäude.

  • Teilkosten berechnen: Der Wiederbeschaffungswert jeder Anlage wird mit dem Jahreskostenfaktor multipliziert und anschließend mit dem Korrekturfaktor angepasst. Separate Berechnungen werden für Wartung/Inspektion und Instandsetzung durchgeführt.

  • Gesamtkosten aggregieren: Die Teilkosten aller Anlagen werden addiert, um die jährlichen Instandhaltungskosten für die gesamte technische Gebäudeausrüstung zu erhalten. Optional kann die Summe auf m² Nutzfläche umgelegt werden.

  • Plausibilitätsprüfung und Benchmarking: Die Ergebnisse werden mit historischen Daten, externen Kennzahlen (z. B. 1,94 % des WBW) und Erfahrungswerten verglichen. Auffällige Abweichungen werden analysiert und die Parameter ggf. angepasst.

  • Dokumentation und Reporting: Die Berechnungen, Annahmen und Ergebnisse werden dokumentiert. Daraus werden Budgets, Investitionspläne und Ausschreibungsunterlagen abgeleitet. Die Kennziffern dienen als Grundlage für regelmäßige Überprüfungen und Aktualisierungen.

Erwartete Ergebnisse

Die Anwendung der Methode liefert eine transparente und nachvollziehbare Kostenschätzung für Wartung, Inspektion und Instandsetzung der technischen Gebäudeausrüstung. Betreiber erhalten eine detaillierte Aufstellung der jährlichen Aufwendungen je Anlage, Gewerke oder Nutzungsart. Die Ergebnisse können als absolute Beträge (€/a), als Kosten pro m² Nutzfläche oder als prozentualer Anteil des Wiederbeschaffungswertes dargestellt werden.

Durch die Berücksichtigung von Gebäudeeinflüssen und differenzierten Jahreskostenfaktoren spiegeln die Ergebnisse die tatsächlichen Bedingungen wider. Die Methode ermöglicht, Kostentreiber zu identifizieren, Einsparpotenziale (z. B. durch Modernisierung) zu erkennen und Investitionen zu priorisieren. Außerdem bildet sie die Grundlage für Lebenszyklusberechnungen, bei denen die laufenden Kosten im Verhältnis zu den Investitions- und Rückbaukosten betrachtet werden.

Die Nutzung variabler Kennziffern bringt mehrere Vorteile für das Facility Management:

  • Höhere Genauigkeit: Indem der Wiederbeschaffungswert als Basis dient und die Kennziffern an das Gebäude angepasst werden, werden realistische Budgets erzeugt. Die Methode berücksichtigt, dass Instandhaltungskosten im Durchschnitt etwa 1,94 % des WBW betragen können, aber nach oben oder unten abweichen können.

  • Flexibilität: Jahreskostenfaktoren und Korrekturwerte können aktualisiert werden, wenn sich Preise, Normen oder Nutzung ändern. Dadurch bleibt die Kostenschätzung auch bei Inflation, technischen Entwicklungen oder Änderungen des Portfolios aktuell.

  • Verbesserte Entscheidungsgrundlagen: Transparente Kennziffern erleichtern die Kommunikation zwischen Technik, Controlling und Management. Investitionsentscheidungen können auf Basis von Lebenszykluskosten getroffen werden, wodurch teure Nachrüstungen oder ineffiziente Anlagen vermieden werden.

  • Vergleichbarkeit und Benchmarking: Die Methode ermöglicht einen Vergleich zwischen Gebäuden und Anlagen verschiedener Nutzungsarten. Abweichungen vom Durchschnitt können analysiert und zur Optimierung der Instandhaltungsstrategie genutzt werden.

  • Unterstützung bei der Vertragsgestaltung: Durch belastbare Kostengrößen können Wartungsverträge, Service Level Agreements und Leistungsvergütungen verhandelt werden. Betreiber behalten die Kontrolle über Kostenentwicklung und Servicequalität.

Trotz ihrer Vorteile hat die Methode bestimmte Grenzen:

  • Statistische Unsicherheit: Jahreskostenfaktoren und Korrekturwerte basieren auf Durchschnittswerten aus öffentlichen Gebäuden. Bei einzigartigen Gebäuden (z. B. Speziallaboratorien, Rechenzentren) oder sehr kleinen Objekten kann die Abweichung erheblich sein.

  • Datengenauigkeit: Die Berechnung hängt stark von der Genauigkeit des Wiederbeschaffungswertes und der Korrekturfaktoren ab. Falsch erfasste Anlagendaten oder veraltete Preisindizes führen zu ungenauen Ergebnissen.

  • Begrenzte Berücksichtigung qualitativer Faktoren: Aspekte wie Nutzerzufriedenheit, Sicherheit oder Energieeffizienz werden nur indirekt abgebildet. Laut VDMA tragen diese Elemente wesentlich zur Potenzialerschließung bei, müssen aber separat bewertet werden.

  • Keine Ersatz für Zustandsbewertung: Die Methode liefert Budgetkennzahlen, ersetzt aber nicht die technische Analyse von Anlagenzustand, Restlebensdauer oder konkreten Schwachstellen. Für Planung und Priorisierung von Instandsetzungsmaßnahmen sind detaillierte Zustandsprüfungen erforderlich.

  • Regelmäßige Aktualisierung erforderlich: Jahreskostenfaktoren, Baupreisindizes und Normen ändern sich im Laufe der Zeit. Ohne periodische Aktualisierung verliert die Methode an Aussagekraft.

Die Methode findet breite Anwendung in unterschiedlichen FM-Kontexten:

  • Budgetierung in der öffentlichen Verwaltung: Landeseigene Immobilienverwaltungen, Hochschulbauämter oder kommunale Gebäudeämter nutzen die Methode, um die Mittel für Betrieb und Instandhaltung ihrer TGA zu planen und zu überwachen.

  • Portfolioanalyse für Unternehmen: Konzerne mit mehreren Standorten wenden die Methode an, um Instandhaltungsstrategien zu harmonisieren und Budgetverteilungen zu optimieren.

  • Frühphase der Projektplanung: Architekten und Fachplaner verwenden variable Kennziffern, um im Rahmen der Lebenszykluskostenanalyse nach DIN 18960 die Folgekosten verschiedener TGA-Varianten abzuschätzen. Dadurch können energieeffiziente oder langlebige Systeme wirtschaftlich bewertet werden.

  • Benchmarking und Reporting: Durch den Vergleich der Kennziffern mit Branchenstandards oder Datenbanken können Eigentümer ihre Gebäude im Wettbewerb positionieren und Investoren über die erwarteten Betriebskosten informieren.

  • Ausschreibungen und Vergabe: Bei der Vergabe von Wartungsleistungen dienen die ermittelten Kennziffern als Referenz für Ausschreibungsunterlagen. Serviceanbieter können ihre Angebote an den kalkulierten Aufwänden ausrichten.

  • Strategische Modernisierung: Wenn Instandhaltungskosten überdurchschnittlich hoch sind, helfen die Kennzahlen, die Wirtschaftlichkeit von Modernisierungsmaßnahmen zu prüfen und die Investitionsentscheidung zu unterstützen.

Verweise

Die Methode stützt sich auf unterschiedliche Normen, Richtlinien und Rahmenwerke, die die Begrifflichkeiten, die Kostengliederung und die Berechnungsprinzipien festlegen. Nachfolgend sind relevante Quellen zusammengefasst (ohne Verlinkungen):

  • DIN 31051 – Grundlagen der Instandhaltung – definiert die Grundmaßnahmen Wartung, Inspektion, Instandsetzung und Verbesserung.

  • DIN EN 13306 – Instandhaltung – Begriffe der Instandhaltung – liefert ergänzende Definitionen und Begriffe.

  • DIN 32736 – Betriebsführung von Gebäuden – beschreibt die Leistungen zur wirtschaftlichen Nutzung der baulichen und technischen Anlagen, einschließlich Bedienung, Überwachung und Instandhaltung.

  • DIN 18960 – Nutzungskosten im Hochbau – gliedert die Kosten des Gebäudebetriebs (u. a. Bedienung und Instandhaltung) und dient als Grundlage für Lebenszykluskostenanalysen.

  • DIN 276 – Kosten im Bauwesen – legt die Kostengruppen fest (KG 400: Technische Anlagen) und ermöglicht die Strukturierung der Investitions- und Betriebskosten.

  • VDI 2067 – Wirtschaftlichkeit gebäudetechnischer Anlagen – bietet Ansätze zur Berechnung von Lebenszykluskosten und Wirtschaftlichkeitsvergleichen.

  • ISO 15686 – Life-Cycle Costing – internationaler Standard für Lebenszykluskostenberechnungen.

  • AMEV-Empfehlung „TGA-Kosten Betreiben 2013“ – liefert die Jahreskostenfaktoren und Korrekturwerte für die Instandhaltung von technischen Anlagen und wird als Grundlage für die variable Kennziffernmethode verwendet.

  • BKI-Kostenkennwerte – statistische Kostenkennwerte des Baukosteninformationszentrums, die zur Ermittlung des Wiederbeschaffungswertes herangezogen werden können.

  • DGNB / BNB Richtlinien – Nachhaltigkeitszertifizierungssysteme, die Lebenszykluskosten berücksichtigen und prozentuale Sätze für Wartung und Instandsetzung empfehlen.

Zur Anwendung der Methode stehen verschiedene Werkzeuge zur Verfügung. Ein kurzes Vorwort verdeutlicht den Nutzen dieser Hilfsmittel, bevor sie aufgeführt werden:

  • Tabellenkalkulationen (z. B. Excel): Ermöglichen die Umsetzung der Berechnungsformel (WBW × Jahreskostenfaktor × Korrekturfaktor) und die Anpassung der Kennziffern. Vorlagen können mehrere Gewerke, Nutzungskategorien und Korrekturfaktoren abbilden.

  • CAFM-Systeme (Computer-Aided Facility Management): Integrieren Anlageninventar, Kostenkennwerte, Servicepläne und ermöglichen eine automatisierte Berechnung der Instandhaltungskosten. Beispiele sind Module zur Budgetplanung, Wartungsplanung und Reporting.

  • BIM-basierte Kostenmodelle: Building Information Modeling (BIM) mit integrierten Kostendaten erlaubt die Verknüpfung von 3D-Modellen mit Wartungskennziffern; Änderungen am Modell wirken sich direkt auf die Kostenschätzung aus.

  • Benchmarking-Datenbanken: Datenbanken wie BKI oder AMEV bieten Jahreskostenfaktoren und Korrekturwerte; sie dienen als Referenz für die Auswahl der Kennziffern.

  • FM.connect.com-Tools: Die Plattform stellt Dokumentvorlagen, Regelwerke und Kalkulationstabellen bereit, die die Implementierung der Methode unterstützen. Zudem können Kennzahlen im Rahmen von Berichten und Dashboard-Funktionen visualisiert werden.

  • Asset-Management-Software: Systeme zur Anlagenverwaltung speichern technische Daten, Lebensdauerinformationen und Wartungshistorien. Sie erleichtern die Ermittlung des WBW und unterstützen die Zustandsbewertung.

  • Statistische Analysewerkzeuge: Programme zur Cluster- und Korrelationsanalyse helfen, eigene Daten zu analysieren und unternehmensspezifische Korrekturfaktoren abzuleiten, ähnlich wie im AMEV-Forschungsprojekt.